Von Berlin nach Hollywood: Sein oder Nichtsein (USA 1942)
Viele jüdische Filmschaffende wurden von den Nationalsozialisten ins Exil getrieben. Sie prägten die Berliner Kultur der Weimarer Republik und gestalteten nach ihrer Ankunft in den USA die aufblühende Filmindustrie in Hollywood entscheidend mit. Die Filmreihe „Von Berlin nach Hollywood“ rückt diese jüdischen Filmschaffenden ins Zentrum, macht die Kontinuitäten ihres Schaffens zwischen Berlin und Hollywood sichtbar und unterstreicht ihren Platz in der Filmgeschichte. Die Filmauswahl spiegelt sowohl individuelle Lebenswege als auch kollektive Erfahrungen von Flucht, Exil und kultureller Neuverortung.
Die Komödie "Sein oder nicht sein" (1942) des deutsch-jüdischen Regisseurs Ernst Lubitsch handelt von einer polnischen Schauspieltruppe während des Zweiten Weltkriegs, die im besetzten Warschau ihre Schauspielkunst nutzt, um die Nazis zu täuschen und vorzuführen. Neben Hollywood-Größen wie Jack Benny spielte auch Felix Bressert, ein deutsch-jüdischer Schauspieler aus Ostpreußen, eine wichtige unterstützende Rolle. Nach der Veröffentlichung wurde der Film zunächst für seine komisch-satirische, scheinbar geschmacklose Darstellung der ernsten Situation des besetzten Polens kritisiert, entwickelte sich jedoch im Laufe der Zeit zu einem Filmklassiker.
Im Anschluss an den Film diskutiert Knut Elstermann mit dem Regisseur Dany Levy und dem Filmhistoriker Daniel Jonah Wolpert.
Eine Zusammenarbeit mit der Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum und dem Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg
Foto: UnitedArchives 00874124 via IMAGO
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